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Leinland-Ideen werden Wirklichkeit

Unser Alltag ist gerade recht einfach gestrickt, um es mal positiv auszudrücken. Wir lernen und arbeiten von zuhause aus. Wenn wir nicht gerade im Supermarkt oder spazieren sind, spielt sich unser Leben zuhause ab. Lock down. Jeden Tag sehen wir das gleiche, erleben wir ähnliches und benutzen die gleichen Dinge.

Lasst uns zum Künstler der Moderne werden, um uns bei Laune zu halten! Als Künstler der Moderne sind wir nämlich in der Lage unsere Umgebung und Alltagsgegenstände in völlig neuem Licht zu betrachten.

Vielleicht habt ihr einmal Arielle die Meerjungfrau gesehen. Vielleicht ist es nicht jedermanns Film, aber eine Szene ist wirklich wunderbar. Und zwar sammelt Arielle, die Meerjungrau Alltagsgegenstände der Menschen, die im Meer landen. Dabei war sie noch nie in der Menschenwelt und hat keine Ahnung von den Dingen und wofür man sie verwendet. Also fragt sie ihren Freund danach, eine Möwe, die zwar auch keine Ahnung hat, dies aber nicht zugeben möchte, also denkt sie sich Verwendungszwecke und Bezeichnungen kurzerhand aus. Da wird eine Gabel zum Frisierwerkzeug und eine Pfeife zum Musikinstrument.

Ähnlich hat es ein Künstler vor ca. hundert Jahren gemacht, Marcel Duchamp, als er ein Männerklo (Urinal) als „Fontäne“ 1917 auf einer Kunstausstellung ausstellen wollte. Die Aussteller entschieden sich jedoch dagegen, das Klo als Kunstobjekt zu präsentieren, was wiederum andere nicht verstehen konnten und plötzlich diskutierte man darüber, was Kunst eigentlich sei.

Die damals jungen Künstler waren der Meinung, dass alles Kunst sei, was ein Künstler als solche bezeichnete. Wenn der Künstler seinen Gedanken, den er der Welt mitteilen wollte, am besten in einem Urinal verkörpert sah, sollte er den Gegenstand ausstellen dürfen, auch, wenn es sich dabei ursprünglich um einen Alltagsgegenstand handelte. Der Gedanke dahinter sollte zählen sowie die Inszenierung (Art der Darbietung) des Gegenstands. Andere wiederum, das waren vor allem die Künstler, die an den alten Traditionen hingen, fanden diese neue Denkweise lächerlich. Sie forderten mehr von einem Kunstwerk der bildenden Kunst als nur Gedanken zu sein.

Die neue Denkart setzte sich durch und sogar Pablo Picasso erschuf einen Stierkopf aus Gebrauchsgegenständen, einem Fahrradsattel mit einem Rennradlenker obenauf. Lasst uns nun ebenfalls moderne Künstler sein und Dinge entfremden. Das ist ein bisschen, wie Pippi Langstrumpf spielen: Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt. Geht durch eure Wohnung und sucht nach Gegenständen, die euch inspirieren. Zu was könnte man sie noch gebrauchen? Ihr dürft auch kleine Veränderungen vornehmen, etwas entfernen, etwas befestigen oder Gegenstände miteinander kombinieren.

Inszeniert diesen Gegenstand in seiner neuen Bedeutung/Funktion auf einem Foto und schickt es mir (leinland@ennothek.de). Ich freue mich auf eure Zuschriften und würde eure Bilder gerne hier ausstellen!

Diese Kunstobjekte aus dem Alltag nennt man übrigens „Readymades“, weil sie ja im Grunde schon fertig sind und vom Künstler nur noch mit wenigen Handgriffen in einen künstlerischen Zusammenhang gebracht werden. Wie findet ihr meinen „Hundekommunikator“?

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