Skip to content
Leinland-Ideen werden Wirklichkeit

Schon als ich klein war, haben mich gemalte Bilder fasziniert. Sie eröffnen einen Blick in eine andere Welt, nur dass man kein Zugticket dafür lösen muss, um dorthin zu gelangen. Es reicht, wenn man die Fantasie-Gehirnzellen im Kopf aktiviert und schwupp, ist man da, völlig klimaneutral und zeitsparend.

Bei einigen Bildern sind die Farben so schrill, dass man das Gefühl hat, in eine Welt zu schauen, die mitten im Regenbogen liegt. Bei anderen ist der Pinselstrich so auffällig, dass sie wie eine flirrende Fata Morgana wirken, unwirklich oder fluffig, wie Zuckerwatte, wiederum andere sind unheimlich, wie ein guter Krimi.

Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, als ich das erste Mal in eine Kunstwelt reiste. Meine Oma hatte ein Bild in ihrer Wohnung hängen, dass mit nur wenigen Pinselstrichen eine Flusslandschaft zeigte. Diese Landschaft war so schön ruhig und in sanften Farben gehalten, dass mir der Blick auf das Bild beim Einschlafen half, wenn ich auf der Schlafcouch gegenüber lag. Oft habe ich darüber nachgedacht, dass es schön wäre, durch den Rahmen in das Bild zu steigen und einen Tag dort mit meiner Familie zu verbringen, Fahrrad oder Rollschuh zu fahren oder einfach nur am Fluss zu spielen.

Ich bedauerte damals sehr, dass man den Fluss auf dem Bild nicht sehen konnte, so gerne hätte ich ihn betrachtet, um mich an sein Ufer zu träumen. Der Fluss in diesem schönen Bild konnte nur ruhig, warm und seicht sein, so dass man sofort hineinspringen und in ihm baden mochte. (So in etwa habe ich mir das vorgestellt.)

Irgendwann kam ich darauf, mir den Fluss einfach vorzustellen. Ich stieg kurz vorm Einschlafen gedanklich ins Bild hinein, ging erst über die Wiese durch die Bäume hindurch und bog dann nach rechts ab. Ein paar Meter weiter stand ich dann oberhalb des Ufers, einer Wiese, die in einen kleinen Strand mündete.

Als ich später die Museen Europas durchkämmte, war ich erstaunt, wie viele Bilder es gibt, die ich gerne bereisen würde. Also nahm ich mir vor, so oft wie möglich Urlaub in einem der vielen Kunstländer zu machen. Schade, dass es keinen Kunstreisepass gibt, in dem man sich seine gedanklichen Abenteuer abstempeln lassen kann. Mein Pass wäre schon ziemlich gefüllt.

Leinland ist auch so ein Kunstland, dass man bereisen kann, und sogar mitgestalten. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich auf eine Reise in euer Leinland einladen würdet. Schickt mir einfach ein Bild! Während ihr malt, packe ich schon einmal meinen Koffer. Bis bald!

1 Comment

  1. Erna Sonntag
    7. September 2020 @ 18:23

    Eine schöne Geschichte und ein wunderschönes Bild!!!!!

    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.